"Ric ehrlich, Charlottenburg ist nicht mein Bezirk. Ich bin hier auf so einer Brücke, mitten in einem Neubaugebiet. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas hier gibt. Die Jungs im BMW gucken genauso böse, wie in Neukölln!" - "Keine Angst, ich hole dich da raus. Such dir so schnell wie möglich eine S-Bahnstation und fahre bis zum Zoo. Dann rein in den Tiergarten und geradeaus. Wir treffen uns im Schleusenkrug !" - "Nie wieder BVG-Auskunft!"

Ein Sommernachmittag in Berlin. Das letzte Mal, dass ich Ric Graf getroffen habe, gab es nur flüchtiges "Hallo, wie geht’s?" in Berlin-Mitte. Kein Wort über sein Buch namens "iCool", was kurz danach bei Rowohlt erschien. Alle anderen haben geschrieben, es sei ein Generationenbuch. Angelehnt an Stuckrad-Barre oder Illies. Dadurch erklärt sich vielleicht auch die Überschrift: Stuckrad-Barre hat sich Ende der Neunziger an einer dezidierten Zeitendefinition versucht - anhand des Konsumverhaltens seiner Altersgruppe. Illies benannte sein Machwerk nach einem Auto. Jetzt soll es also "iCool" sein. Das passt irgendwie schon. Weiße Ohrstöpsel rechts und links an jedes Ohr, Beats in den Kopf gedrückt und dann allein durch die Welt. Fast Forward .

Sind wir so, Ric?