Am Montag wird mal wieder gepöbelt. Der angriffslustige Juso-Vorsitzende Björn Böhning hat für den Vorschlag, junge Leute für ihre arbeitslosen Eltern zahlen zu lassen , nur ein Wort: "Aberwitzig". Nun erhält er Unterstützung vom Kollegen Westerwelle, der meint: "Das ist doch lächerlich, junge Arbeitnehmer für die Sanierung der maroden Sozialsysteme heranziehen zu wollen!" Aus den Reihen der CDU heißt es, man wolle mehrere Vorschläge prüfen und einen Arbeitskreis gründen.

Kaum einen Tag später geraten sämtliche Fastfood-Ketten unter Druck. Die Kartoffelernte ist so knapp ausgefallen, dass die Bauern die bestellten Mengen nicht liefern können. Den kurzen Aufschrei nach einem Arbeitskreis verwirft die Regierung. McDonald's beginnt, kleinere Pommes-Portionen auszugeben. Ein Segen für alle besorgten Mütter dicker Kinder, meint Renate Künast lakonisch, woraufhin der Verein der militanten Dicken sich beleidigt fühlt und eine Klage formuliert. Die Besitzer der Berliner Frittenbuden rufen derweilen eine Krisenkonferenz ein.

Am Mittwoch will die UN endlich eine Resolution zu Nahost verabschieden. Diese ruft Israel und die Hisbollah zur "vollständigen Beendigung der Gewalt " auf. Israel wird aber das Recht eingeräumt, sich gegen Angriffe der schiitischen Miliz mit eben solchen Angriffen zu verteidigen. Allerdings können sich die Parteien immer noch nicht einigen - die Entscheidung wird vertagt. Angela Merkel muss nun trotzdem etwas Großes sagen, deshalb meint sie: Es sei die Pflicht Deutschlands, Soldaten zur Sicherung einer Pufferzone in das Krisengebiet zu schicken. Wann diese stehen soll, sagt sie nicht.

Es weinen die letzten Sozialisten . Fidel Castro erliegt am Donnerstag überraschend seinem Darmleiden. In Kuba wehen alle Fahnen auf Halbmast, während Castros Bruder Raúl auf alle Ämter verzichtet und erklärt, er werde sich zur Ruhe setzen. Darufhin reisen über achthuntert Journalisten ein, denen sich der bisherige Außenminister Felipe Pérez Roque sogleich als neuer Staatspräsident vorstellt. Doch seine kubanischen Mitbürger jubeln nicht. Stattdessen klingelt am Nachmittag sein Telefon, die Sekretärin stottert: Es ist Señora Rice. Doch Roque winkt ab und sagt, er habe kein Interesse. "Ich werde Fidel Castros Vision weiterführen!" Im nahe gelegenen Café erklärt die kubanische Kellnerin einem amerikanischen Journalisten, sie finde das Getue peinlich.

Tags darauf wird endlich die deprimiert dahinsiechende deutsche Männerwelt erlöst. Mit dem Duell von Titelverteidiger Bayern München gegen Borussia Dortmund beginnt am Freitag die 44. Saison der Fußball-Bundesliga. Die Bier-Einkäufe sind erledigt, die Fernseher besetzt, die Frauen wieder in Cocktailbars anzutreffen. Alles beim Alten also. Außer eben, dass die Bayern verlieren: Eins zu fünf, dramatisch und noch deprimierender - als wären sie gar nicht erst angetreten. Die Fans greifen zur Flasche, der Trainer beschimpft sie als eben solche. Die Frauen genießen ihren Piña Colada.