Eine der größten Möglichkeiten, die das Internet und die Mobilfunktechnik bieten, ist das Teilen und Verbreiten kultureller Güter. Bilder, Musik oder Texte – Kultur lässt sich heute schneller und unkomplizierter denn je über Datenleitungen in die Inbox unserer Nachbarn am anderen Ende der Welt jagen. Online-Archive wie Flickr , Scene.org, YouTube , Archive.org oder die Wikipedia Enzyklopädie wachsen kontinuierlich. Mit Hilfe von Laptops, Digitalkameras und Software-Tools bekommt jeder Bürger die Chance, Kultur selbst mitzugestalten.

Einer dieser Bürger ist Jan Gleichmar. Der 30-jährige Leipziger nutzt nicht nur seinen Laptop zum Musizieren, sondern hob vor zwei Jahren sein eigenes Netlabel Jahtari aus der Taufe. Mittlerweile ist Jahtari aus der Welt der virtuellen Musik-Labels nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder also, dass die Macher der "Wizards of OS 4" den Reggae-Liebhaber und Label-Betreiber für einen Auftritt bei der Nacht der Netlabel verpflichtet und auch zu einem Vortrag bei der Show des freien Wissens eingeladen haben.

Jan Gleichmar alias disrupt verkörpert den modernen Typus Musiker, der erkannt hat, wie man das Internet für seine Zwecke nutzt. Angefangen hat alles eher zufällig mit einer MP3-Veröffentlichung auf dem Dresdner Netlabel Phonocake.org . "Zu Beginn wollte ich nur sehen, wie meine Musik anderen Leuten gefällt. Ich war mir über die Qualität nicht so sicher und wusste nicht, ob mein Stil bei den Hörern ankommt. Da lag eine Veröffentlichung über das Internet sehr nahe", sagt Jan.