Ob er es zum Beispiel unter klassisches Urheberrecht stellen will und damit jede weitere Nutzung verbietet. Ob er eine Nutzung unter bestimmten Bedingungen erlaubt - etwa dass Dritte damit kein Geld verdienen dürfen. Oder ob er es für jede Form der Nutzung freigibt.

Mit freier Software lässt sich Geld verdienen, weil man rund herum Dienstleistungen verkaufen kann. Aber wie soll das mit freier Musik oder freien Filmen funktionieren? Wovon sollen die Künstler denn leben?

Das klingt vielleicht wie eine Ausrede, aber man muss sich darüber klar werden, dass die meisten Kreativen mit ihrem Schaffen gar kein Geld verdienen und das auch noch nie getan haben. Nur sehr wenige Musiker, Filmemacher oder Schriftsteller leben von ihrer Arbeit. Das bedeutet trotzdem nicht, dass die anderen es bleiben lassen.

Die Musiker, die ich kenne, sagen alle, dass sie weiter Musik machen würden – egal, ob sie damit Geld verdienen oder nicht. Das Argument, dass Künstler aufhören, Kunst zu machen, sobald sich das finanziell nicht lohnt, ist meiner Meinung nach nicht stichhaltig.

Gibt es dennoch Geschäftsmodelle?

Man kann auch mit freien Inhalten Geld verdienen. Früher mussten Musiker oder Schriftsteller darauf hoffen, irgendwann von einem Scout oder einem Verleger entdeckt zu werden, um groß raus zu kommen. Der Markt für potentielle Stars ist heute sicher nicht größer, aber wenigstens können Künstler jetzt selbst dafür sorgen, dass sie bekannt werden. Sie können sich eigene Netlabels einrichten, oder ihre Texte in einem Weblog publizieren. Und von dieser Bekanntheit profitieren sie dann auch finanziell.

Ein gutes Bespiel ist Disrupt, ein Musiker, der seine Stücke frei verteilt und den wir auch zur Show des freien Wissens eingeladen haben. Vor 15 Jahren hätte er mit seiner Musik nichts verdienen können. Heute wird er auf Festivals eingeladen, bekommt Gigs als DJ und kann übers Internet seine CDs verkaufen.