Und auch freie Werke kann man verkaufen. Man liest ja auch immer noch lieber ein Buch, als auf den Bildschirm zu starren. Genau so bezahlen die Menschen gern zehn Euro, wenn sie dafür eine CD mit einem schicken Booklet bekommen, auch wenn sie sich die Stücke theoretisch umsonst im Netz anhören können.

Unter freier Musik können sich die meisten inzwischen etwas vorstellen. Aber was ist freier Film?

Mit "frei" ist in diesem Zusammenhang immer die Lizenz gemeint. Ein Werkstück – ein Film, ein Musikstück, ein Text – wird dadurch frei, dass man es unter bestimmten Bedingungen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Die übliche Lizenz richtet sich nach dem Urheberrecht: Wenn ich dann einen Text in mein Blog stelle, dann darf das niemand ohne meine Zustimmung weiterverwenden. Stelle ich es dagegen unter eine weniger restriktive Creative Commons Lizenz, dann ist es frei.

Leider gibt es für abendfüllende Spielfilme unter freien Lizenzen noch kein Geschäftsmodell. Das müsste von einem Mäzen finanziert werden. Trotzdem werden viele freie Filme hergestellt, man braucht nur mal auf Youtube oder Google Video zu schauen. Auf der Webseite Revver.com kann man mit diesen Filmen auch Geld verdienen. An jedes Video wird automatisch eine Werbung angehangen und mit jedem Klick darauf fließt Geld. Die eine Hälfte bekommt Revver.com und die andere der Künstler. Da ist viel Schrott dabei, aber auch einige Perlen.

Warum ist es dann trotzdem notwendig, die Show des freien Wissens zu veranstalten?

Das ist das beharrliche Bohren dicker Bretter. Ich glaube, dass noch nicht mal zehn Prozent der Deutschen eine Vorstellung davon hat, was freie Inhalte sind. Freie Software gibt es seit 1984 und erst in den letzten paar Jahren ist das ein Erfolgsmodell geworden. Bis sich im Bereich des freien Wissens nachhaltig was ändert, wird es noch mindestens 20 Jahre dauern.

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