"Mein Name ist Rickard, und ich bin ein Pirat!" Wie oft Rickard Falkvinge diesen Satz in den letzten Monaten gesagt hat, weiß er wohl selbst nicht mehr. Der 34-Jährige ist die Galionsfigur der "Piratpartiet" in Schweden, der ersten und größten Piratenpartei Europas. Am 17. September tritt er als Spitzenkandidat zur Parlamentswahl in Schweden an.

Was vorher niemand für möglich gehalten hätte, ist Wirklichkeit: Seine Partei hat tatsächlich eine Chance, die Vier-Prozent-Hürde zu knacken und in den schwedischen Riksdag einzuziehen. Es wäre weltweit das erste Mal, dass eine Partei, die aus einer Netzbewegung hervorgegangen ist, im Parlament eines Staates sitzt. Die Probleme und Fragen, die aus der Nutzung des Internets resultieren, würden dann von den Abgeordneten genauso diskutiert werden, wie Gesundheitsreformen oder Bildungspolitik.

Schon jetzt ist die Piratenbewegung in zahlreichen europäischen Ländern angekommen, seit dem 10. September gibt es auch in Deutschland so eine Partei . Das taktische Ziel der Aktivisten: Bis 2009 wollen sie in allen Ländern der EU vertreten sein und geschlossen zu den europäischen Parlamentswahlen antreten. Ihre lauteste Forderung: Legalisiert Filesharing.