Mitte Juli trafen sich die Vertreter von Migranten und Einwanderern mit der deutschen Bundesregierung um gemeinsame Ziele für einen "nationalen Integrationsplan" zu vereinbaren. Über den Erfolg des Gipfels mag man sich streiten – die meisten sind sich aber einig darin, dass die Initiative der Bundesregierung ein richtiger Schritt ist. Doch wie ist das eigentlich in anderen Ländern? Iran zum Beispiel, oder Israel? Diese Frage haben wir den Leserinnen und Lesern des Weblogs mideastyouth.com gestellt. Ihre Antworten zeigen, dass Deutschland mit den Fragen an die Integrationsdebatte nicht allein ist, dass viele Probleme auch anderswo auf der Welt bestehen. Sie zeigen aber auch, dass Migration nicht gleich Migration ist.

Die englischsprachigen und ungekürzten Antworten findet Ihr hier beimideastyouth.com . Den ersten Teil unseres Austauschprojektes gibt es hier: Der erste Kuss = أول تقبيل

Esra'a (Bahrain), 17. Juli 2007 um 3:27 Uhr

Die Wanderarbeiter in der Golfregion haben kaum Rechte. Die Art, in der sie behandelt werden, würde ich Sklaverei nennen. Viele von ihnen kommen aus Südostasien zu uns um hier Arbeit zu suchen. Sie arbeiten als Bauern, Hausmädchen, in Werkstätten oder auf Baustellen. Das Arbeitspensum, das von ihnen erwartet wird und zu dem sie oft gezwungen werden, ist unvorstellbar. Viele von ihnen bekommen weniger als 100 Dollar im Monat – manche werden überhaupt nicht bezahlt.

Unsere Gesetze schützen sie nicht gut genug, ihre Menschenrechte werden kaum durchgesetzt oder auch nur anerkannt, obwohl sie oftmals die härteste Arbeit von allen leisten. Ohne sie würden viele Baufirmen nicht funktionieren. Sie sind notorisch unterbezahlt, trotzdem arbeiten sie zuverlässig. Sie werden ausgenutzt und wie Bürger zweiter Klasse behandelt.

Das alles verursacht Rassismus, weil wir Arbeiter aus dem Westen genau umgekehrt behandeln. Wir verschaffen ihnen alle Vorteile und Sicherheiten, die sie sich wünschen. Um ausländische Investoren kümmert sich unsere Gesellschaft gut, während die asisatischen Wanderarbeiter nur gedemütigt werden.