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Früher, als Studentin, als das Geld teils noch von den Eltern kam, konnte ich nicht mit Geld umgehen. Im Minus zu sein war mein Dauer-Drama, und je größer das böse "SOLL" sich blähte, desto mehr schleppte ich ein schlechtes Gewissen wie einen schweren Sack hinter mir her.

Heute, lange Jahre nach abgeschlossenem Studium, kann ich mit Geld umgehen. Ich habe keinen besonderen Plan, ich sammele keine Kontoauszüge oder ereifere mich in strategischer Kosten-Kontrolle. Wenn der Monat voranschreitet, und ich merke, dass mein Konto Hunger bekommen könnte, cancele ich meinerseits den Appetit auf Ausgaben ein bisschen. Nicht lange. Nur für ein paar Tage. Und das Konto-Knurren geht vorbei.

Das alles ist sehr erstaunlich. Denn ich habe kaum Geld. Vielleicht macht es die Einstellung?

Geld versorgt, materiell. Insofern brauche ich es natürlich und noch zu oft stockt die Versorgung. Das nervt zwar, aber vielleicht kann mich das ständig unterschwellig drohende Finanz-Fiasko nicht so sehr schocken, weil ich etwas begriffen habe – Geld versorgt zwar, mehr aber auch nicht. So angestaubt er auch ist, der Satz ist wahr und einfach (und gleichzeitig so schwer zu verstehen): Geld ist nicht zuständig für Glück.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.