Während der fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika kamen in den vergangenen zehn Tagen dutzende Menschen ums Leben. Hunderte wurden verletzt, Tausende sind auf der Flucht. Begonnen haben die Krawalle in den Armenvierteln von Johannesburg. Die Angriffe richten sich gegen Einwanderer aus anderen afrikanischen Staaten, besonders gegen Flüchtlinge aus dem armen Nachbarland Simbabwe. Was sind die Ursachen für die Gewalt? Zuender sprach darüber mit Frans Cronje, stellvertretender Direktor des South African Institute of Race Relations in Johannesburg.

Zuender: Herr Cronje, wie ist die aktuelle Situation in Johannesburg?

Frans Cronje: Es gab in den vergangenen Tagen mehrere gewalttätige Angriffe auf Einwanderer aus afrikanischen Ländern. Die Ausschreitungen begannen in Armenvierteln von Johannesburg und in den Hüttensiedlungen am Stadtrand. Ziel dieser Angriffe waren vor allem Flüchlinge aus Simbabwe. Die Gewalt brach zunächst in der Township Alexandra aus, griff dann aber über auf andere Armensiedlungen und auch auf das Stadtzentrum.