es war eben so, dass er sich nach einiger zeit wochentags, abends, nachdem er alle administrativen erledigungen vollends ausgeführt, den geforderten rapport auf den schreibtischen der vorgesetzten niedergelegt, das licht gelöscht, ein weiteres mal zur sicherheit kontrolliert, die büroschlösser in einem zweiten durchgang auf doppelten verschluss hin geprüft, um endlich die tiefgerage verlassen zu können und den heimweg zu seiner durchaus hübsch möblierte einzimmerwohnung anzutreten; dass er sich, nach all diesen unbedingt zu seiner verantwortlichkeit zählenden aufgaben;

dass er sich also nach ihrer erledigung an der westseite des obersten stockwerkes des firmeneigenen bürogebäudes hängend wieder fand.  dies war auch für ihn ausserordentlich:
  hals, hände, armbeugen, knie und fussgelenke waren durch grobe schlingen an einer konstruktion befestigt, die ihn an der gläsernen hausfront hielt. die arme im rechten winkel von sich gestreckt, erst mit ängstlichem zögern der konstruktion misstrauend, richtete er seinen blick nach oben.

da zog sich mit einem schnellen reissen, wie man es vom zerbeissen grobfasriger fleischstücke kennt, die schlinge um seinen hals, so dass ihm jede noch so kleine bewegung erschwert sein sollte. der druck schnürte ihm den atem ab, trieb seine gelenke auseinander und jedes rühren brannte ihn wunder.  nach kurzer starre vor panik: — da hing er immerhin 18 meter frei über der erde und war gefangen—spürte er sich einen schauer die beine hochkrabbeln, der ihm schliesslich, am oberen hals angekommen, als leises lächeln im gesicht stehen blieb. zunächst davon beschämt, den blick gesenkt und sein an sich nacktes gesicht bemüht zu verdecken, indem er es  unter großen mühen und ebenso tiefem genuss zur seite neigte, hielt er in den ersten wochen noch ängstlich ausschau, ob ihn nicht doch irgendjemand bemerken könnte. jemand, der das büro gegen die gewohnheit, unbemerkt nach ihm verlassen hatte, um nach feierabend noch einen blick in den nachthimmel zu werfen. oder ein später fitnessläufer, der innehalten und ihn trotz der höhe entdecken könnte.

bald jedoch merkte er, dass sie ihn niemals erkannten. sie liefen zu seinen füssen und sahen ihn nicht. er konnte ihren lauf verfolgen, wenn er seinen kopf ein wenig nach vorne neigte. dies geschah unter grössten schmerzen, verursacht durch die zur befestigung angebrachte schlinge um den hals, die zu seiner freude noch enger zugezogen worden war und ihm nun nahezu keinen spielraum mehr liess. er aber wollte sehen wer da lief. zudem brachte ihm das blosse an der glaswand hängen nicht mehr die anfangs erzielte befriedigung. und so zog er vor der abendlichen befestigung sein hemd aus. nun wurde endlich offensichtlich, wie sich die schlinge in seinen hals und die handgelenke grub, das angestaute blut um die stellen der einschnitte pulsierte und sein kopf  rot und prall gefüllt war. er leuchtete. nur so konnte er sich erklären, dass urplötzlich an einem abend, dessen vorangegangene arbeitszeit völlig normal und planmäßig verlaufen war, 18 meter weiter unten sich eine gestalt im vorbeigehen positionierte und den blick auf ihn richtete. protest war ihm wegen seiner festgebundenheit unmöglich und so musste er ausharren und die erste peinlichkeit ertragen.

was ihm schnell gelang, denn diese peinlichkeit — — sie wurde ihm eine liebe! er, dieser ihm zunächst unbekannte jemand, kam von nun an jeden abend, kurz nach einbruch der dunkelheit, um ihn mit dem in die höhe gereckten daumen seines fäustchens kurz und unauffällig zu grüssen und zu ihm aufzuschaun. und war er doch mehrere haushöhen von ihm entfernt, so war ganz sicher das stille flüstern des anderen zu vernehmen, das von unten herauf sprach:  weiter, weiter, mach nur weiter. wie gern wär ich wie du.