Es gibt Eltern, die schwören darauf, ihre Säuglinge mit klassischer Musik zu beschallen. Später zwingen sie ihre Kleinen zum Glockenspielunterricht, zum Kinderchor und zum Ballett. Und am Ende wünschen sich die lieben Kleinen doch nichts sehnlicher, als das Klavier zu versteigern und endlich Versicherungskaufmann oder Metzgerei-Fachfrau zu werden.

Besser funktioniert hat die musikalische Früherziehung bei Evan Cranley und Amy Millan. Als Musiker bei der kanadischen Pop-Band Stars spielen die beiden wunderschönen Indiepop mit Hang zum großen Drama. Kein Wunder: schon von Kindesbeinen auf wurden sie an gute Popmusik herangeführt.

Sängerin Amy Millan wurde mit sieben Jahren von ihrer Mutter zu einem Auftritt der Countrysängerin Emmylou Harris mitgenommen. Später wurde im Hause Millan viel Paul Simon gehört (das ist der Simon von Simon and Garfunkel ). Ihr Vater hörte vor allem Rhythm-and-Blues von Bonnie Raitt und Country von Willie Nelson – Musik, die sich vorzüglich dazu eignete, von der Millan-Familie am Lagerfeuer nachgespielt zu werden.

Dass der Multi-Instrumentalist Evan Cranley sein musikalisches Talent in die Wiege gelegt wurde, ist sogar noch untertrieben: seine schwangere Mutter nahm ihn bereits ungeboren auf ein Bob-Marley -Konzert mit. Noch heute schwört sie, dass Evan im Mutterleib getanzt habe.

Im Jahr 2000 gründeten die beiden mit einigen Freunden die Band Stars . Damals war die musikalische Szene ihrer Heimatstadt Montreal gerade am Erwachen. Vier Jahre später gelang ihnen der Durchbruch mit dem Album Set Yourself On Fire .

Das Quintett ist seitdem ein kollektiver Nimmersatt: Die meisten der Mitglieder machen nebenbei in anderen Projekten Musik. Multiinstrumentalist Evan Cranley spielt neben Stars auch bei Broken Social Scene , Sängerin Amy Millan macht auch solo Musik.