Es klang ein bisschen gereizt: "Viele, viele Male" habe Barack Obama das doch nun schon gesagt, schrieb dessen Sprecher. Viele, viele Male, dass Rap-Texte zu oft "Frauenhass, Materialismus und erniedrigende Bilder" enthalten. Anlass war eine rhetorische Bombe, die der Präsidentschaftskandidat kürzlich abbekommen hat. Nicht von einem Gegner, sondern von einem Fan.

Der Rapper Ludacris hatte ein Lied veröffentlicht, in dem er zur Wahl von Barack Obama aufruft – und nebenbei George Bush als geistesgestört und Hillary Clinton als "irrelevante Nutte" bezeichnet. Obamas Wahlhelfer distanzierten sich schnell von dem "ungeheuerlich verletzenden" Text.

Dass HipHopper politische Positionen beziehen ist nichts neues. Ob NWA 1988 Fuck tha Police skandierten oder Public Enemy ein Jahr später Fight the Power – die Subkultur der sozialen Außenseiter war schon immer ausgesprochen meinungsfreudig. Und oppositionell. Dass Rapper aber Anschluss an das politische Establishment suchen ist neu – und ein potentielles Problem für Barack Obama.

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Immer mehr Akteure aus der schwarzen Musikszene haben sich in den vergangenen Monaten für den Demokraten ausgesprochen. Beyoncé und Jay-Z spendeten Geld für seine Kandidatur, der Rapper Common und Will.I.Am von den Black Eyed Peas warben für Obama. Und: Ludacris, mit dem Obama schon im November 2006 auf einem Termin zur Aidsbekämpfung gemeinsam auftrat.

Ludacris, bekannt durch Lieder mit Titeln wie Move Bitch oder Pimpin’ all over the World, befindet sich seit Jahren in einer öffentlichen Fehde mit dem mächtigen Talkshow-Host Bill O’Reilly und anderen konservativen Meinungsmachern. Obama, über dessen Präsidentschaftskandidatur Ende 2006 bereits spekuliert wurde, hielt damals schon vorsichtige Distanz zu dem Rapper:

Ludacris habe großes Talent und sei ein bedeutender Geschäftsmann, lobte Obama im Interview mit dem Musikmagazin Rolling Stone. Aber: "Es wäre gut, wenn ich meine Töchter das hören lassen könnte, ohne mich darüber sorgen zu müssen, dass sie dann ein schlechtes Selbstbild bekommen."