FU Berlin hat Professor Klaus Schroeder 5219 Schüler über ihre Meinung zur DDR befragt. Die Ergebnisse haben viele erschreckt. Die DDR sei keine Diktatur gewesen und habe vor allem positive Seiten gehabt, sagte die Mehrheit der Schüler. Sie konnten auch nicht sagen, wer die Mauer am 13. August 1961 errichten ließ.

Für eine Studie der

Zuender: Herr Schroeder, die DDR gibt es seit fast 19 Jahren nicht mehr. Warum ist es wichtig, dass Schüler über den SED-Staat Bescheid wissen?

Klaus Schroeder: Wer nichts Genaues weiß, verklärt die Vergangenheit. Die DDR hat ein Negativ-Konto, das die Schüler kennen sollten. Die Mauer hat unzählige Opfer gefordert. Nicht nur die Toten, sondern auch die 50.000 Menschen, die in Gefängnisse gesteckt wurden, weil sie versuchten, aus dem Land zu flüchten. Und Leute, die auf Minen getreten sind und zu Krüppeln wurden.

Wir leben heute in einem freien demokratischen Staat. Dazu gehört, sich von anderen Staaten abzugrenzen, in denen es keine Freiheit gibt und  in denen die Menschenrechte nicht eingehalten werden. Diktaturen müssen stigmatisiert werden, damit die jungen Leute nicht auf die Idee kommen, dass eine Diktatur besser als eine Demokratie ist.

Zuender: Sie suchen die Ursachen für die unkritische Haltung vieler Jugendlicher in den Schulen. Sind wirklich nur die Schulen schuld?