Draußen zieht das Panorama der tausend schwedischen Inselchen mit ihren Holzhäusern und Volvos vorbei. Im letzten Sonnenschein werden an Deck die ersten Dosen Lappin Kulta geknackt.

Im Bauch der Gabriella haben 400 Autos Platz und mehr als 2.500  Passagiere. Außerdem ein Lagerhaus voll Bier und Schnaps. Im Duty Free-Shop klackert eine Pyramide aus Wodkaflaschen im Takt der Schiffsmotoren.

Galerie: Eine Nacht auf der Gabriella

Nach dem Untergang der Sowjetunion mussten sich viele der skandinavischen Reedereien ein neues Geschäftsmodell suchen,  Kreuzfahrt plus Alkohol ist das Konzept, das sich durchgesetzt hat. Einmal von Schweden nach Helsinki und zurück – besoffen. Die Gabriella, 1992 gebaut, ist ein Kind dieser Zeit.

Auf der Tanzfläche, die so groß ist wie eine Rentierweide, wird der erste Stehblues angesagt. Ältere Herren aus Tampere und Oulu fordern ihre Frauen zu einem Foxtrott. Der Sänger der Band legt seine fettigen schwarzen Haare zurecht, die Geste hat er auf tausenden Überfahrten geübt.

Die meisten Gäste hier sind Finnen; unter Deck wartet zudem eine Gruppe von zweihundert Erasmus-Studenten aus Helsinki ungeduldig darauf, dass der Zollfrei-Laden öffnet . Überall stehen Spielautomaten, der mit der Aufschrift "Elchjagd" sagt uns besonders zu.

In den Kabinen neben uns haben Finnen in den Mittdreißigern eingecheckt. Sie sind auf der Rückfahrt und sehen schon etwas mitgenommen aus. Sie seien "quasi auf einem Betriebsausflug", sagt ein Kerl mit breitem Grinsen. Seine langen Haare sind nach hinten gekämmt, unter der Lederjacke trägt er ein Metal-Shirt – finnischer Einheitslook.