Zuender: Und, Herr Schürmann, den Bogen heute schon gespannt und auf Herzen geschossen?

Martin Schürmann: Fast. Gerade war ich zum Vorgespräch mit einer Dame. Arzt-Witwe, 73 Jahre, aus guten Verhältnissen. Passte ziemlich gut in meine Kartei. Ich hätte auch schon einen "Kavalier der alten Schule" im Auge. Das könnte einen Treffer geben. Aber die Dame möchte erst noch mal drüber schlafen.

Zuender: Wie hoch ist Ihre Erfolgsquote?

Martin Schürmann: Ziemlich hoch. In der Regel trifft sich ein Kunde nur zwei bis drei Mal. Wenn ich einen Vorschlag mache, dann sollten die Grundvoraussetzungen schon passen. Mein Geld verdiene ich nur bei Erfolg.

Zuender: Lagen Sie schon mal so richtig daneben?

Martin Schürmann: Ich treffe zwar nicht immer sofort ins Schwarze, aber voll danebengehauen habe ich noch nie. Eine Kundin ist allerdings nicht ganz leicht zu vermitteln. Sie ist die Älteste in meiner Kartei, 82 Jahre, und so fit, dass sie alle bisher vorgestellten Herren in die Tasche steckt. Ehemalige Marathon-Läuferin, Computerexpertin, Fotografiefanatikerin, reisebegeistert. Bisher waren ihr die Herren nicht fit genug.

Zuender: Wie sind sie dazu gekommen, eine Partnervermittlung für ältere Menschen zu gründen?