Gestern war in den heiligen MTV-Hallen mal wieder Superstar-Vollalarm. Zu einem spontanen Nachmittagsbesuch hatten sich angesagt: Herr P.Diddy und Herr Snoop Dogg. Zwei der größten Player im HipHop-Showgeschäft also, allerdings auch zwei der größten, ähem, Deppen.

Ein siebter Sinn unserer Musikredaktion verhinderte im Vorfeld, für diesen Tag den ganz großen Aufschlag zu planen. Wenn sich sonst Leute dieses Kalibers in der Stadt befinden, ist in den meisten Fällen klar, dass sie bei TRL zu Gast sind und dort auch performen. So etwas wird dann wochenlang vorher beworben, das Studio wird mit Fans gefüllt und vor den Fernsehern gucken im Idealfall ganz viele Menschen zu.

Aufgrund des bekannten Phlegmas des Herrn Diddy und der gesetzeswidrigen Dämlichkeiten des Herrn Dogg, sollte der gestrige Einsatz bis zuletzt seinen Überraschungscharakter behalten. Notgedrungen, wie bereits angedeutet. Snoop Dogg war vergangenes Wochenende nach dem Konzert in Stockholm gerade erst wieder eingebuchtet worden, weil sich die Polizei des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass der Gute auf der Bühne breit für drei war.

Erst vor wenigen Monaten war er an einem Flughafen in Kalifornien verhaftet worden. Er wollte eigentlich nur jemanden abholen, stellte allerdings seine Karre keck im absoluten Halteverbot ab, weswegen die Polizei einen genaueren Blick wagte und im Auto Drogen und Waffen fand. Kurz vor dieser Episode gab es weiteren Flughafenstress, weil der feine Herr einmal mit einem Schlagstock im Handgepäck ausreisen wollte, ein anderes Mal zerlegte er mit seiner Crew einen Duty-Free-Laden in London-Heathrow, weil man ihn zuvor nicht besoffen an Bord lassen wollte.

P.Diddy hat diesbezüglich eine einigermaßen weiße Weste, allerdings gibt er einem ständig das Gefühl, überhaupt NICHTS mehr nötig zu haben, weswegen man irre dankbar sein sollte, wenn er irgendeine der getroffenen Vereinbarungen einhält. Und so stand der ganze gestrige Tag groß im Zeichen von vielleicht . Mittags hieß es: Snoop kommt um 16 Uhr zu TRL. Zwei Stunden vor der Sendung die Meldung: P. Diddy kommt nun auch. In der Realität sah dies gegen 15 Uhr wie folgt aus: Da die Herrschaften in zwei verschiedenen Berliner Hotels untergebracht waren (so viel zum in der Öffentlichkeit zur Schau gestellten Kumpeldasein), hieß es aus beiden Camps: Wir fahren erst los, wenn der andere auch losgefahren ist. Klar, dass somit erst mal gar nichts passierte, bis P.Diddy schließlich ein Einsehen hatte und sich auf den Weg machte. Doch was war mit Snoop?