Es machte Spaß, alles zu hören, natürlich über die Jahre mit wechselnden Schwerpunkten, aber jetzt, anno 2007, habe ich keine Lust mehr, alles zu hören, weil ich kaum mehr etwas so richtig mag. Sollte ich tatsächlich zu viel Musik aufgesaugt haben? Sind meine Ohren zugesuppt? Kann ja eigentlich nicht sein, dass es keine coolen neuen Sachen mehr gibt. Oder bin ich einfach zu doof, sie zu entdecken? Helft mir doch mal, ihr pfiffigen Leser. Ich sag euch, was ich in den letzten 30 Jahren gut fand, und ihr sagt mir, was ich heute und morgen gut finde.

* 1977
Erste selbstgekaufte Platte, ´Dancing Queen´ von Abba. Es folgt die Zeit, in der ich, na ja, so etwas wie Abba-Fan bin und mir drei Alben von ihnen zulege. Mein Wunsch, Agnetha würde mich zum Mann machen, bleibt unerfüllt.

* 1978-1979
Ein bisschen Charts, ein bisschen Disco, ein bisschen Sex Pistols, weil die Älteren im Dorf die mögen, parallel entsteht meine erste Faszination für elektronische Klangerzeugung. Ich lege mir fast alles von Jean Michel Jarre und Kraftwerk zu.

* 1980-1982
Von da ist es nicht mehr weit zum Synthiepop, der ersten Musikrichtung, die mich richtig begeistert und bei der ich das Gefühl habe, dass sie nur für mich erfunden wurde. Visage, Ultravox, Soft Cell, OMD, Blancmange, Heaven17, Human League, Cabaret Voltaire und natürlich Depeche Mode (übrigens die einzige Band, die ich ohne Unterlass während der letzten 25 Jahre gehört habe) sind meine Helden. ´Blue Monday´ von New Order ist eine musikalische Offenbarung.

* 1983-1986
Es wird zunehmend düsterer. The Cure werden zu meiner Lieblingsband, um sie scharen sich andere Mollmeister wie Joy Division, Bauhaus, Christian Death, Dead Can Dance, Cocteau Twins, Sisters Of Mercy, Siouxsie and The Banshees, Cassandra Complex, Red Lorry Yello Lorry, Alien Sex Fiend, Killing Joke, Fields Of The Nephilim, auch den EBM- und Industrialkram von Bands wie Front 242, Trisomie 21, Skinny Puppy, Psyche, Nitzer Ebb, Einstürzende Neubauten, In The Nursery, Laibach oder SPK höre ich gern, dazu, wenn gelächelt werden soll, britischen Pop von Prefab Sprout, Pet Shop Boys, Talk Talk und Tears For Fears.

* 1987-1988
Meine Begeisterung für elektronische und/oder düstere Musik lässt nach, stattdessen muss es krachen. Sonic Youth, Swans, Killdozer, Big Black und andere amerikanische Lärmspezialisten sind meine neue Leidenschaft. Wenn ich zwischendurch mal Lust auf Melodie habe, sind es in erster Linie New Order, The Smiths, The Jesus And Mary Chain, The Cult, Spacemen 3, My Bloody Valentine und die Pixies.

* 1989-1993
Von wenigen Ausnahmen abgesehen, regieren jetzt endgültig Gitarren. Ich entdecke Slayer für mich und lande davon ausgehend schnell bei Napalm Death, Carcass, Autopsy und dem ganzen anderen Grindcore-Gemetzel. Für die softeren Stunden gibt´s Grunge von Mudhoney, Soundgarden, Nirvana, Pearl Jam, Screaming Trees und Alice In Chains, auch Hardcore von Prong, No Means No, Fugazi, Black Flag etc. oder Crossover von Bands wie Faith No More, Red Hot Chili Peppers und Biohazard sind ein Thema, dazu ein bisschen HipHop von Public Enemy, De La Soul, N.W.A. und Cypress Hill sowie Brit-Rave von Charlatans, Primal Scream, Happy Mondays und Stone Roses. Aus Gründen der Allgemeinbildung beschäftige ich mich außerdem mit Urvätern wie den Beatles, Led Zeppelin, Black Sabbath, Neil Young und The Doors. Zwischendurch verirre ich mich auf erste Techno-Raves, verstehe das Ganze aber noch nicht.