Don’t believe the hype. In Sachen Gitarrenrock aus England kann Misstrauen zurzeit nicht schaden. In immer geschwinderer Folge pusht eine unheilige Allianz aus Plattenfirmen und Musikpresse eine Band nach der anderen – im Grunde sind Hypes nichts weiter als völlig überzogenes Guerilla-Marketing. Doch die Story der Arctic Monkeys ist eine andere: Da gab es kein Label mit einem monströsen Werbebudget. Es gab einfach nur das Internet. Die Arctic Monkeys stellten die Single "I bet you look good on the Dancefloor" ins Netz und lösten eine mittelschwere Beatle-Mania aus. Was die Arctic Monkey jedoch von anderen hochgejubelten Bands unterscheidet: Die Band aus Sheffield hat wirklich etwas drauf. Die Single war nur ein kleiner Vorgeschmack auf den Rest des Albums: Darauf jagt ein rockig-tanzbarer Indie-Hit den nächsten. Textzeilen wie "You don’t know nothing" rufen Erinnerungen wach an die California-Punks Operation Ivy. Tatsächlich sind Punk- und Ska-Einflüsse bei den Arctic Monkeys zu beobachten – es darf auch schon mal offbeat geklopft werden. Die Arctic Monkeys haben tatsächlich ihren ganz eigenen Stil. Das unterscheidet sie von Bloc Party oder ihren Labelkollegen Franz Ferdinand (und wie all die anderen Hypes heißen mögen). Die Boys der Arctic Monkeys, unlängst der Schule entwachsen, sind noch jung und unreif. Und das ist das Gute an ihnen. Bei dieser Band gibt es, wie ihre Website richtig vermeldet, "keinen Plan, kein Schema – außer dem, was sich eben so ergibt. Was sollte es anderes sein als ein Abenteuer?" Das ist es, was die Arctic Monkeys so anders, so dringlich, so abenteuerlich macht. Arctic Monkeys, "Whatever people say I am, I am not" (Domino / Rough Trade)