Zwei Alben, nur unwesentlich mehr Akkorde, Stop-and-Go-Schlagzeug und ein Gesamteindruck, der als Referenz an Die Regierung taugt: das sind NMFarner. Zumindest der Legende nach kam es zur Bandgründung, als Masha Qrella und Norman Nitzsche, dem Berliner Underground durch ihre Band Mina bekannt, eine Coverversion des unveröffentlichten Regierung-Songs "In Unserer Stadt" anzufertigen gedachten (was sie dann auch taten). Auf ihrem zweiten Longplayer bleiben sie diesem Style, der irgendwo zwischen Punk und NDW (Flohmarkt-Elektronik!) oszilliert, treu. Bisweilen wirkt das durchaus ermüdend. Denn "Das Gesicht" erstrahlt nicht gerade im Easy-Listening-Antlitz, sondern zeigt sich durchfurcht von harter Arbeit. Doch schrieb Günter Eich ja schon in seinem Schlussgedicht zu "Träume": "Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet! / Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!" Und in der Tat kommen NMFarner einigermaßen unerwartet: Denn das Feld deutscher Popmusik ist ja seit langem okkupiert von Bands, die sich dem Innerlichkeitsgeseier verschrieben haben. NMFarner lassen Emotion und Subjektivität zu, nerven aber nie durch Besinnlichkeitslyrik. Daher lässt sich "Das Gesicht" uneingeschränkt empfehlen.NMFarner, "Das Gesicht" (Labels / EMI)