Auf ihrem Debüt "Frengers" gab Berufsmelancholikerin Stina Nordenstam ein Gastspiel, und "MTV Up North" spielte schon vor ein paar Jahren ihre Videos rauf und runter. In Skandinavien sind Mew seit einiger Zeit gefeierte Stars. In Deutschland hingegen sind die Dänen noch relativ unbekannt – wieder ein Beweis für die gemeinhin bekannte Tatsache, dass skandinavische Länder in Bezug auf Musik und Mode mindestens zwei Jahre voraus sind. Mit Verspätung kommt nun auch hierzulande endlich der zweite Longplayer der Dänen in die Läden: "And The Glass Handed Kites" setzt die Entwicklung, die bei "Frengers" ihren Anfang nahm, fort. Die Popperlen glänzen nun etwas matter und edler. Anleihen an die epischen Arrangements von The Velvet Teen (mit denen Mew auch in den Staaten unterwegs waren) hört man deutlich heraus. Mew haben sich für ausladende Flächen entschieden, simple Songstrukturen waren gestern. Alle Songs gleiten fast nahtlos ineinander. Einem einfachen "Durchhören" ist das nicht unbedingt zuträglich, was aber ohne Abstriche als Qualitätsmerkmal gelten darf. "And The Glass Handed Kites" ist eines dieser Werke, die mit jedem Mal Hören besser werden. Immer wieder gibt es etwas zu entdecken: eine minutiöse Beat-Variation, ein versteckter Orgeleinsatz, eine possierliche Kleinigkeit. "And the Glass Handed Kites" ist deutlich unzugänglicher als sein Vorgänger, aber eben auch um Längen besser.Mew, "And the Glass Handed Kites"(Red Ink / Rough Trade)