Schweden gilt manchem als Land des guten Geschmacks. Auch im Falle von The Horror The Horror lässt es sich nicht abstreiten: Das, was sie da machen, machen sie gut. Die Single „Sound of Sirens“ zum Beispiel: lustiger Titel, catchy Hook, hört man gern dieser Tage. Leider liegt genau da das Problem: The Horror The Horror, angeblich benannt nach einem Filmzitat von Marlon Brando, sind selbst kaum mehr als ein Zitat. Der Band fehlt es ganz deutlich an Eigenständigkeit. Uneingeweihten sind ihre selbstausgedachten Songs gar nicht als solche erkennbar – es könnten auch Coverversionen all dessen sein, was zurzeit in der Gitarrenmusik eben so angesagt ist. Schrammelige Gitarren-Parts, Retro-Beats, eingängige Melodielinien und Refrains zum Mitbölken: all das kennt man zur Genüge. Die Quellen ihrer Einflüsse sind dabei in der aktuellen Diskussion allerdings umstritten. Kratzen The Horror The Horror am Lack von Franz Ferdinand? Oder speist sich ihr Sound aus dem Oeuvre von Television und den Talking Heads? Klingen sie nun mehr nach Clap Your Hands Say Yeah oder doch ein kleines bisschen nach den Strokes? Die Antwort ist einfach: The Horror The Horror versammeln das Beste der 60er, 70er, 80er, 90er und von heute. Allerdings macht sie das nicht unbedingt zur allerbesten Band.

The Horror The Horror, „The Horror The Horror“, (Tapete / Indigo)