Nicht viel Neues natürlich, ist schließlich eine Single-Sammlung, noch dazu eine von Stereolab. Der CD-Titel bringt es auf den Punkt: „Fab Four“, das ist der Rückgriff auf eine imaginäre Vergangenheit, eine fiktive, in erster Line wohl filmische Ära der goldenen Sechziger, als die Jugend noch ordentlich geschniegelt und gebügelt, Sex noch sauber, neu und aufregend und selbst Glamour irgendwie plüschschig war. Und „Suture“, dafür brauchen wir keine Lacanianische Filmtheorie, das ist die Naht, die den schmerzhaften Riss zusammenhält, der Kitt, der alle Brüche klebt. Und so klingt es dann auch: flauschige Orgeln, umschmeichelt von loungigen Gitarren und Bässen – und darüber mäandert das süßliche Gesäusel von Mme. Sadier, gern auch mal auf Französisch oder – was in England wohl aufs selbe hinausläuft – gleich ganz ohne Worte. Ladida, das Übliche halt. Fahrstuhlmucke für die Höhen und Tiefen des Lebens, nostalgische Spachtelmasse für die Ohren der vom Innovationsgetöse Ermatteten. Das Niveau wird dabei so kontinuierlich gehalten, dass man es als solches gar nicht mehr wahrnimmt. Einzig der Song „Excursions into ‚oh, a-oh’“ mündet irgendwann in einen Instrumentalpart, der beinahe so etwas wie Spannung erzeugt – und dann aber auch ganz schnell abbricht. Ein kurzes Aufflackern von Rock, eine winzige Ahnung von Handlungsfähigkeit, dann ist alles wieder beim Alten. Die Kundschaft wird es honorieren – mit der gebotenen Portion Treue light.

Stereolab, „Fab Four Suture“ (Too Pure / Indigo)