„Stupid Girls“ – das und nicht anderes seien Britney Spears und Jessica Simpson und als solche verabscheuungs- wie verdammungswürdig. Kommerz-Chicks, elende! Hat man sich da verhört? Leider nein: P!nk meint das tatsächlich so und hat offenbar ganz und gar vergessen, dass auch sie ein Produkt der Musikindustrie ist – nur eben ein auf eine etwas andere Zielgruppe abzielendes: P!nk ist die punkige Version von Spears und Co. „Stupid Girls“ also ist in Wirklichkeit eine Selbstanklage. Grund zur Klage geben auch die restlichen Songs auf "I'm not dead" . P!nk setzt ihren pseudo-politischen Feldzug gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt fort. Sie schreckt nicht einmal davor zurück, mit „Dear Mr. President“ eine medienwirksame, etwas flache, dafür aber auf die Tränendrüse drückende Bush-kritische Ballade einzubauen. Darin heißt es: "„Dear Mr. President, what do you feel when you see all the homeless on the street? Who do you pray for at night before you go to sleep? What do you feel, when you look in the mirror? Are you proud?“" Scheinbar befindet sich P!nk auf dem politischen Niveau eines Kindergartenkindes – was kein Problem ist: So irritiert man wenigstens keine Kiddies in der Großraumdisco. Immerhin ist "I'm not dead" eine gut tanzbare Pop-Platte mit einem Hauch HipHop und R’n’B. Der erkennbare Wille, sich als anspruchsvolle Künstlerin zu behaupten, lässt sich so nicht befriedigen.

Pink, „I’m not dead“ (SonyBMG)