Dann ging sie nach Mexiko und schlug sich als Straßenmusikerin durch. Nächste Station: San Diego. Dort lebte sie in einem Auto, bis der fahrbare Untersatz gestohlen wurde. An ihrem 19. Geburtstag drückte ihr dann Atlantic Records einen Plattenvertrag in die Hand. Seitdem geht es steil bergauf, die Folksängerin hat von ihrem Debütalbum "Pieces of you" mehr Einheiten verkauft als damals Nirvana mit "Nevermind". Sie war bereits mit Bob Dylan und Neil Young unterwegs und hat – neben diversen Alben – auch zwei Bücher veröffentlicht. Die typische amerikanische Bilderbucherfolgsgeschichte: vom Tellerwäscher zum Millionär. Was dazu führt, dass einfach gestrickte Gemüter bei den simplen Folk-Pop-Songs auf "Alice in Wonderland" wieder einmal nicht anders können, als Jewel einfach uneingeschränkt zu mögen. Auch wenn es auf den ersten Blick schade ist, dass die Sängerin – im Gegensatz zu ihrem letzten Album – ihren Sexappeal wieder ablegt, sich vom Diva-Pop entfernt und wieder in Richtung Folk tendiert. Auf "Alice in Wonderland" mimt sie wieder das nette Mädchen von nebenan – und spielt dabei die Rolle, die ihr dann doch am besten zu Gesicht steht.

Jewel, "Goodbye Alice in Wonderland" (Atlantic / Warner)