Bekannt wurde die britische Sängerin durch ihre vokalen Gastbeiträge auf den letzten Alben von Matthew Herbert, einem Musiker, der ebenfalls keine Berührungsängste zwischen Charts-Pop und ambitionierter Elektronik kennt. Herberts politisch motivierte Samples – Klänge von Düsenjägern oder radioaktiv verseuchten Cornflakes – knüpfen zwar an Vorbilder aus der Neuen Musik an, werden aber zu tanzbarem Pop verarbeitet. Ähnlich aufwändig waren auch die Vorarbeiten zu Dani Sicilianos "Slappers"-Album. Anstatt ihre durchaus professionellen R’n’B-Songs mit treibenden Funk-Rhythmen in einem entsprechend professionellen Studio aufzunehmen, hat Siciliano ihre Samples im wörtlichen Sinne auf der Straße gesammelt. Aus den Stimmen von Freundinnen, mit denen sich Dani zum gemeinsamen Essen getroffen hat, wurden Melodiebögen gesampelt, Körpergeräusche – zum Beispiel das Klatschen auf den Hintern – wurden zu Beats geschnitten. Herbert und Siciliano schwören auf authentische Quellen, weil sie von deren speziellem, nicht nach Konserve klingendem Sound überzeugt sind. "Slappers" bietet in der Tat ein intensives Hörerlebnis, das nicht die Austauschbarkeit von Mainstream-R’n’B-Produktionen aufweist. Dani Siciliano, "Slappers" (K7 Records / RTD)

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