Man kann sie nennen, wie man will: sensationsgeil, untalentiert, verwöhnt und bitchy. Doch dumm ist Paris Hilton – im Gegensatz zu ihren deutschen Äquivalenten Naddel und Jenny Elvers, die inzwischen schon längst wieder in der Versenkung verschwunden sind – nicht. Zumindest von einer Sache, dem Celebritytum, also der Kunst, seine eigene Person zu verkaufen, hat das Berufsblondchen mehr als nur eine Ahnung.

Da kommt mal – natürlich vollkommen unbeabsichtigt und hinter ihrem Rücken – ein äußerst privates Video auf den Markt, ein anderes Mal mimt sie die Dumpfbackenpraktikantin, nur um danach in aller Öffentlichkeit mit ihrem Co-Star und ihrer Ex-besten-Freundin Nicole Ritchie einen verbalen Catfight auszutragen. Was sie auch tut – sie macht es zumindest mit 100-prozentigem Einsatz. Also wurden für ihr Debütalbum "Paris" selbstverständlich die besten Produzenten und Songwriter engagiert, um einen auf dicke Hose zu machen.

Für den Song "Fightin’ over me" konnte sie sogar Jadakiss und Fat Joe zum Mitrappen bewegen, die Single "Stars are blind" mit den schwammigen Reggae-Rhythmen wird auf Pro 7 in der Werbepause rauf und runter gedudelt. Das ganze wurde in eine Verpackung mit möglichst vielen Paris-Fotos in lasziven Posen gesteckt. Alles in allem macht sich die Hilton als Tanzmäuschen nicht schlecht, auch wenn sie viel mehr als Stöhnen, Hauchen und Seufzen nicht kann – muss sie allerdings auch nicht: Trash as trash can.

Paris Hilton, "Paris" (Warner)

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