Seit ihrer Bandgründung vor über 25 Jahren werden Iron Maiden von ihrem Maskottchen Eddie begleitet, einem böse dreinschauenden Untoten. Bis dato befand sich Eddie immer in Fantasiewelten – sei es nun die Hölle oder fremde Planeten. Doch auf dem Cover der neuen Platte "A Matter of Life and Death" posiert Eddie komischerweise erstmals in einer realitätsnahen Umgebung: mit Panzer und Maschinengewehr auf einem Schlachtfeld mit mehreren Skelettkameraden. Mit der Entwicklung weg vom Hair Metal und der damals beliebten künstlerischen Darstellung von Fantasiewelten auf Plattencovern, schlägt auch Eddie endlich – 20 Jahre zu spät – einen neuen Weg ein und zieht, wie es sich für einen anständigen Untoten heutzutage wohl gehört, in den Krieg, um verheerende Verwüstung anzurichten.

Doch auch wenn Eddie sich weiterentwickelt hat und seine wilde Haarpracht gegen einen Sturmhelm eingetauscht hat, klingen seine Paten Iron Maiden noch verdächtig nach 80er-Jahre-Hair-Metal. Sänger Bruce Dickinsons zur Genüge bekannte halbgare Opern-Stimme wird unterstützt von unzähligen Instrumentalteilen und ausufernden Gitarrensoli – ein Traum für jeden hartnäckigen Verfechter der Pommesgabel-Handbewegung und des Haarpracht-Schüttelns in öffentlichen Räumen, selbstverständlich mit nacktem und verschwitztem Oberkörper. Übrigens: Dieses Mal sind die Gitarrensoli extra lang. "A Matter of Life and Death" dauert doch tatsächlich 72 Minuten – eine Minute länger als "The X Factor" aus dem Jahr 1995. Im Durchschnitt bringen es die Tracks auf sage und schreibe 7:20 Minuten lang – für jeden Vokuhila-Träger das Paradies!

Iron Maiden, "A Matter of Life and Death" (EMI)

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