Andy LeMaster lebt ausnahmsweise einmal nicht in der Saddle-Creek -Homebase Omaha, sondern in einem kleinen Städtchen namens Athens, Georgia – ein Fakt, der Namedropping zwingend erforderlich macht. Denn Athens ist auch die Heimat von Michael Stipe, seines Zeichens Frontmann von R.E.M. Letzterer nahm seinen Buddy LeMaster mit Band letztes Jahr als Support mit auf Europatour. Ob die Tour mit R.E.M. seiner Band Now It’s Overhead neue Fans gebracht hat, sei dahingestellt. Auf jeden Fall klingt deren neue Platte "Dark Light Daybreak" extrem nach Stadionrock, der einer fetten Anlage und einer großen Halle bedarf, um richtig zu wirken. Zusätzlich hat die Platte Ohrwurmqualitäten – allerdings eher im negativen Sinne: beim Hören des Albums hat man immer wieder das Gefühl, die Songs schon einmal gehört zu haben. "Nothing in our Way" erinnert zum Beispiel eher an Scott McKenzies Hippiehymne "San Francisco (Be sure to wear some Flowers in your Hair)" als an etwas Eigenes, LeMasters Stimme gleicht oft der von Placebo-Frontmann Brian Molko. Neben dem Sixties-Einschlag mancher Songs hört man auch einen weiteren Einfluss LeMasters’ heraus: Orenda Finks und Maria Taylors typisch verträumt-romantische Stimmung macht sich großzügig auf dem Album breit: sphärische Gitarrenflächen und die typisch süßlich-säuselnden Background-Vocals der beiden durchziehen das ganze Album. Schön, dass es Stadionrock jetzt auch für kleine, verrauchte Clubs gibt – denn bis zur überdimensionalen Headliner-Tour à la R.E.M. haben Now It’s Overhead noch einen weiten Weg.

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