Endlich, so muss man sagen, haben Chumbawamba den Hauptwiderspruch in ihrer Musik aufgelöst. Politisches Bewusstsein und Radio-Pop – wie geht das zusammen? Darf man so etwas überhaupt hören? Spielen Chumbawamba mit ihrem harmlosen Geschaller am Ende nicht dem Klassenfeind in die Hände? "Get on with it" macht Schluss mit den Diskussionen im Plenum: Endlich klingen Chumbawamba so freudlos, wie sie im Grunde schon immer waren. Die 14 Stücke – darunter die Hits "Timebomb" und "Homophobia" – wurden live mitgeschnitten und zum Teil mit sauberem Satzgesang im Hintergrund aufgebrezelt. Umweltfreundlich spielen Chumbawamba auf akustischen Instrumenten, verbessern damit ihre private Ökobilanz und klingen wie eine Mischung aus Ougenweide, Die Schmetterlinge und irgendeine dieser Protestanten-Combos, die immer in Irish Pubs gespielt werden. Es ist die ehrlichste Platte von Chumbawamba, die auf früheren Tourneen mit gigantischen Lichtshows beeindruckten, nun aber allem Firlefanz abgeschworen haben und sich in Demut üben. Bella ciao, bella ciao, bella ciao, ciao, ciao! Chumbawamba, "Get on with it" (Edel)

Diese Woche im Tonkopf

Harte Gitarren - Die Deftones lassen Fetzen fliegen

Mit Zurückhaltung und Coolness - Milburn sind der neueste Klon der Arctic Monkeys

Mit Pauken und Trompeten - My Chemical Romance machen Stadionrock

Drüber reden? - Der Tonkopf hat hier im Forum seinen Platz

Nach Hause - Zuender. Das Netzmagazin