Mit einem neuen Produzenten zu arbeiten sei, so Nelly Furtado, wie Klamotten-Shopping: Man wisse nie, was einem stehen wird, ehe man es nicht am eigenen Leib ausprobiert hat. Damit wäre auch der Gebrauchszusammenhang von „Loose“ ausreichend umrissen: Wer eine Boutique besitzt, die keiner der großen Ketten zuzurechnen ist und in der Klotten von Alexander McQueen und Vivienne Westwood erhältlich sind, sollte sich ein Klangbeschallungssystem von Bose oder Bang & Olufsen zulegen und diese Platte darauf abspielen: Die Kunden werden es mögen. Zu „Maneater“ wird es sich ganz hervorragend vor den Spiegel treten lassen: Der Song ist sexy, macht sexy und hat Arsch. Herrenmode lässt sich trefflich zu „Promiscuous Girl“ anprobieren: Der Song ist sexy, macht sexy und hat Arsch. Tatsächlich ist „Loose“ nichts weniger als ein in einem enorm aufwendigen arbeitsteiligen Produktionsprozess entstandenes Qualitätsprodukt: Die Originalität ist mäßig, jeder kann es sich kaufen, niemand wird es brauchen. Aber das Sound-Design ist vortrefflich, an allen Stellen waren Profis am Werk, die Optimierungs- und Qualitätssicherungsabteilung hat ganze Arbeit geleistet. Die perfekte Pop-Platte also.

Nelly Furtado, „Loose“ (Geffen / Universal)