Mit ihrem Debütalbum vor drei Jahren schafften Billy Talent sogleich den Durchbruch. Sie hatten alles, was eine Band zur Vermarktung braucht – Billy Talent sind schnieke Jungs, schreiben catchy Songs. Vergleiche mit experimentellen Bands wie At The Drive-In wurden hochgehalten, Billy Talent als das „nächste große Ding“ gehandelt. Doch experimentierfreudig wie oben genannte Texaner sind Billy Talent nicht gerade. Haben sie mit ihrem Nachfolgewerk „Billy Talent II“ doch einfach nur an die Nummer eins angeknüpft und sich selbst geklont. Und wie auch schon zuvor hinkt der At The Drive-In-Vergleich. Eher erinnert die Band an Skaterkids, deren Hosen in den Kniekehlen hängen. Bei den Gesangs-Lines von Frontmann Ben Kowalewicz wird einem eine nervige Version von Lagwagon-Sänger Joey Cape ins Gedächtnis gerufen – oder noch schlimmer – von NOFX-Anführer Fat Mike. Bei „Billy Talent II“ handelt es sich schlicht und einfach um einen Poppunk-Klon des Debütalbums – angeblich wollte man laut Kowalewicz die damals erworbenen Fans nicht enttäuschen, man geht auf Nummer sicher. Leider - etwas mehr Mut hätte der Band sicher gut zu Gesicht gestanden.

Billy Talent, „Billy Talent II“, (Warner)