Dass Bodybuilder wie Bodybuilder aussehen, Zwerge wie Zwerge und Menschen mit mehr Pigmenten dunkler sind, leuchtet mir ein. Aber wenn ich im Kino sitze und mir irgendeinen Arthouse-Kram ansehe, der in meinen Augen in der Regel auch nicht origineller und besser ist als eine  Mainstreamhollywoodproduktionen, bin ich erstaunt, wieso das Publikum so nach Arthouse-Publikum aussieht. Warum alle so intellektuell wirken und warum Intellektuelle so außerordentlich oft dunkle Farben tragen oder diese praktische Outdoorkleidung, die in der Stadt niemand braucht. 

Und wenn ich mir eine stumpfe massenkompatible Komödie ansehe, über die ich lachen kann, scheinen alle Jungs das gleiche Haargel zu benutzen, um ihre Haare dann geringfügig verschieden zu stylen. Die jungen Frauen tragen Tops, von denen das Arthouse-Publikum nicht mal weiß, wo es sie gibt.

Die wenigen Male, die ich auf Vernissagen war, sind die Leute mit den extravaganten Frisuren und knallgelben Jackets, die mit dem Beuys-Hut und den seltenen Vanillezigarillos, die mit der Glatze und der schwarzen Hornbrille die Künstler.

Das habe ich noch nie verstanden, wenn du schon Künstler bist, warum hast du dann so ein dringendes Bedürfnis auch wie einer auszusehen? Oder vielmehr wie ein Klischee eines Künstlers. Ich dachte immer, die wollen originell sein. Aber gerade das ist es wahrscheinlich, sie wollen originell sein.

Skater sehen oft aus wie Skater und Punks wie Punks, Indiehörer wie Indiehörer, Professoren wie Professoren. Das sind alles Individuen und es ist weder gerecht noch richtig so zu verallgemeinern, wie ich das hier tue. Jeder ist ein eigener Mensch. Und daß man sich wohler fühlt, wenn man auch durch seine Kleidung die Zugehörigkeit zu einer Gruppe signalisiert, leuchtet mir auch ein.