Es gibt nicht viel zu tun in Ixiamas und es sind noch zwei Stunden bis unsere Mitfahrgelegenheit losfährt, gegessen haben wir schon, also beschließe ich die Gelegenheit zu nutzen und mich rasieren zu lassen.

Peluqueria profesional steht über dem Laden, der kaum größer ist als 12 qm. Hier sind also Profis am Werk, keine Hobbyfriseure. An den Wänden hängen verblichene Bilder von Männern mit Frisuren, die vor einigen Jahren mal modern gewesen sein mögen, mit denen hier aber sowieso niemand herumläuft.

"Afeitar?", frage ich in meinem schlechten Spanisch und streiche mir dabei über die Stoppeln an Kopf und Wangen. Rasieren?

No, ist die knappe Antwort des einen der beiden Männer, die am Eingang stehen. No, und damit ist alles gesagt. Eine weiterführende Erklärung würde ich wohl nicht verstehen, aber Maria ist bei mir und ihr Spanisch ist ganz gut. Sie übersetzt mir auch hinterher das, was die beiden Männer dann lachend von sich geben.

"Warum machst du es nicht selbst? Du nimmst einfach ein wenig Seife, einen Rasierer und ratzfatz bist du rasiert."

Und sie schlagen Maria vor, sie könne das Rasieren doch übernehmen.
Aber einer von den beiden ist doch der Friseur, denke ich. Das ist doch sein Job. Man geht ja auch nicht mit seinen Schuhen zum Schuster und der sagt: Warum machst du es nicht selbst?

Ohne das Ganze begriffen zu haben, beschließen wir Kaffee trinken zu gehen, um die Zeit zu überbrücken. "Kaffee", fragt der Kellner, "seid ihr euch sicher, dass ihr Kaffee wollt? Es ist heiß, da kann man doch keinen Kaffee trinken."