Súa ist ein kleines Fischerdorf im Norden Ecuadors mit einigen Hotels, drei oder vier Strandbars, einer wenig gepflegten Plaza, die überflüssig erscheint, da man sich eh lieber am Strand aufhält.

Früh morgens fahren die Fischer mit ihren Holzbooten raus, die von einem kleinen Außenbordmotor betrieben werden, und kommen einige Stunden später mit den Fängen des Tages zurück.

Später sitzen sie oftmals im Schatten, schauen aufs Meer heraus, dösen, vertrödeln ihre Zeit. Vielleicht wissen sie, dass Arbeit immer noch mehr Arbeit macht und ein schönes Leben unabhängig davon ist, was man mit Arbeit alles erreichen kann. Aber wahrscheinlich machen sie sich nicht mal solche Gedanken.

Im Restaurant sitzt eine mehr als stämmige Frau am Nebentisch, schaut aufs Meer, während sie langsam isst und wundert sich, dass wir nicht auch noch eine Suppe vor dem Mittagessen nehmen. Viel mehr hat sie uns nicht zu sagen. Sie sitzt da, als würde sie zur Landschaft gehören und wir werden bald wieder weg sein.

Alles ist ein wenig träge, beschaulich und angenehm entspannt.

Aus dem Hotelzimmerfenster sieht man den kaum zehn Meter entfernten Strand, kein Gebäude hat mehr als drei Stockwerke, schwimmen, liegen, lesen. Außer uns noch sechs oder acht andere Touristen.

Es ist ja einfach, sich gut zu fühlen, weil man gerade etwas getan hat, das einen befriedigt, ein Ergebnis produziert hat. Es ist schwerer sich gut zu fühlen, wenn man so unproduktiv ist. Ich übe gerne und meistens erfolgreich.